Zwischen den Zeilen liegt Trost
Kinderbücher als ressourcenorientiertes Werkzeug in der Familientrauerbegleitung.
Wie können Kinderbücher helfen, über das Unsagbare ins Gespräch zu kommen?
Geschichten geben Kindern Bilder für Gefühle, Worte für ihre Fragen und Hoffnung in einer Zeit des Verlustes. Im Mittelpunkt dieses Workshops steht der methodische Einsatz von Kinderliteratur in der Familientrauerbegleitung.
Am Beispiel des Kinderbuches Hope und die Welt der Farben werden vielfältige Möglichkeiten vorgestellt, Geschichten mit kreativen Methoden, Ritualen und Gesprächsimpulsen zu verbinden. Die Teilnehmenden erhalten konkrete Ideen für die Praxis und erfahren, wie Kinderbücher zu einem sicheren Ort werden können, an dem Trauer, Erinnerungen und Hoffnung ihren Platz finden.

Jessica Beitzel
- Bestattermeisterin
- Familientrauerbegleiterin
- Mitbegründerin Zinnoberhaus Dormagen, www.zinnoberhaus-dormagen.de
Kreatives Schreiben in Zeiten der KI – Die eigene Stimme finden zwischen Intuition und Technologie
Kreatives Schreiben beginnt nicht mit den richtigen Worten, sondern mit Vertrauen – in die eigene Wahrnehmung, Fantasie und dem inneren Ort, aus dem Geschichten entstehen. In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz innerhalb von Sekunden Texte erstellt, wird die Frage umso spannender: Was macht menschliches Schreiben einzigartig? Kreatives Schreiben bedeutet, ungewöhnliche Verbindungen zu entdecken, Bekanntes neu zu sehen und der eigenen Stimme zu vertrauen. KI kann dabei ein hilfreiches Werkzeug sein – sie liefert Ideen, eröffnet Perspektiven und unterstützt kreative Prozesse. Was sie nicht ersetzen kann, sind Intuition, persönliche Erfahrungen und die einzigartige Sicht eines Menschen auf die Welt. In diesem Workshop verbinden wir Übungen aus dem Improvisationstheater mit kreativem Schreiben zur breiten Thematik der Abschiedskultur. Durch Bewegung, spielerische Sprachimpulse und kurze Schreibübungen bringen wir Körper, Fantasie und Sprache in Bewegung. Der Workshop lädt dazu ein, mal wild zu experimentieren und die eigene Kreativität neu zu entdecken. Vielleicht gehst du mit einem anderen Blick auf das Schreiben nach Hause – und mit mehr Vertrauen in deine eigene Stimme.
Die Teilnehmenden bringen bitte mit: Schreibutensilien, Unterlage, Socken oder leichte Schuhe.

Heike Bauer – Banzhaf
Es gibt Menschen mit einem geradlinigen Lebenslauf. Und dann gibt es mich. Mein Berufsleben gleicht eher einem Wühltisch. Auf den ersten Blick wirkt alles etwas durcheinander. Schaut man genauer hin, gehört erstaunlicherweise doch alles zusammen. Nach dem Abitur wurde ich Krankenschwester. Ein Beruf mit Struktur – und einer wichtigen Lektion: Hinter jedem Menschen steckt eine Geschichte. Stillstand war allerdings nie mein Talent. Also zog es mich auf die Bühne. Nach vier Jahren Schauspielstudium und staatlichem Diplom durfte ich offiziell jemand anderes sein, ohne dass gleich jemand den Arzt ruft. Dabei wurde mir klar: Die spannendsten Rollen spielen Menschen nicht im Theater, sondern im Alltag. Zwischen Tür und Angel, am Küchentisch oder im Wartezimmer. Genau dort, wo jemand sagt: „Ach, ist schon gut“, obwohl gar nichts gut ist. Also ging es weiter: als Kommunikations- und Sprechtrainerin, Coach und Autorin. Wieder ging es um Menschen. Darum, warum wir reden, schweigen oder uns hinter Rollen verstecken. Und darum, dass manchmal ein ehrlicher Satz mehr bewirkt als hundert kluge Ratschläge. Dann kam Corona und stellte alles auf den Kopf. Die Aufträge verschwanden – und ich merkte, dass ich längst dort angekommen war, wo ich immer hingehört hatte: beim Schreiben und Erzählen. Ich höre zu, frage nach und suche Worte, die passen. Nicht größer, als etwas ist. Aber auch auf keinen Fall kleiner. Vielleicht war das am Ende immer mein eigentlicher Beruf: Menschen ernst nehmen und ihnen mit ein paar gut gewählten Worten zeigen, dass ihr Leben erzählenswert ist. Und ich liebe es!
Musik, Stimme & Klang am Lebensende
Trost – und Abschiedslieder sind ein wichtiger Bestandteil der Abschiedskultur. Herzenslieder unterstützen uns in der besonderen Lebenssituation des Übergangs und Loslassens und geben Trost und Kraft für die Zeit danach.
Sie lernen Lieder, die trösten und in Lebensübergängen hilfreich sein können, Lieder für den Abschied und die Beerdigung.
Musik trägt uns: Klänge von obertonreichen Instrumenten unterstützen durch Ihre Zartheit und himmlische Schwingung den Prozess des Loslassens und erschaffen Räume des Friedens. Musikinstrumente, die ohne besondere Vorkenntnisse gespielt werden können, werden vorgestellt und erfahren.

Susanne Goebel
Jahrgang 1967, verheiratet, 2 Kinder,
Diplom Sozialpädagogin (FH), Gestalttherapeutin (Symbolon Institut),
Leiterin für Chanten (Wolfgang Friederich & Hagara Feinbier) und meditativen Tanz (Barbara Hundshammer, Lehrerin für Stimmpädagogik nach der Lichtenberger Methode (Lichtenberger Institut).
Beruflich habe ich mit psychisch Kranken, Senioren, Kindern, in der Erwachsenenbildung sowie in der interkulturellen und intergenerativen Netzwerkarbeit und als freiberufliche Dozentin an der Fachhochschule Landshut gearbeitet. Seit 2007 ist meine Leidenschaft für Menschen und Musik mein Beruf. (www.KlangRund.de)
Wenn Gefühle unter Spannung stehen – Trauerarbeit mit jugendlichen Männern
Wie lässt sich Elektrotechnik für die Trauerarbeit mit jugendlichen Männern nutzen? Der Workshop zeigt einen ungewöhnlichen, praxisnahen Zugang: Glühbirnen, Elektrokabel und Werkzeuge wie zum Beispiel der Spannungsprüfer, werden zu Metaphern für Trauerprozesse und eröffnen neue Möglichkeiten, mit den technikbegeisterten Jugendlichen über Gefühle, Belastungen und Ressourcen ins Gespräch zu kommen.

Tanja Mahn-Bertha
Ich bin ursprünglich Logopädin, heute professionelle Erzählerin, Trauerrednerin, Bestatterin und Trauerbegleiterin für Familien, Kinder und Jugendliche. Ich weiß aus meiner Arbeit, dass Geschichten und Metaphern Brücken bauen können, wo Worte fehlen. Deshalb verbinde ich fachliches Wissen mit kreativen Methoden, um auch schwierige Themen verständlich, greifbar und erfahrbar zu machen.
